Onta-Keramik

Aus Japanisches Craftpedia-Portal

„Onta-Keramik“ (小鹿田焼, „Onta-yaki“) ist eine traditionelle japanische Keramikform, die in und um das Dorf Onta in der Präfektur Ōita auf Kyushu hergestellt wird. Diese im frühen 18. Jahrhundert entstandene Volkskunstkeramik wurde als „Wichtiges immaterielles Kulturgut“ Japans anerkannt und ist für ihre rustikale Eleganz und die gemeinschaftliche Handwerkskunst bekannt.

Geschichte

Die Onta-Keramik entstand im frühen 18. Jahrhundert während der Edo-Zeit. Es wurde von Töpfern aus dem nahegelegenen Koishiwara-Gebiet, wie Sanemon Yanase, Jubei Kuroki und lokalen Landbesitzern wie der Familie Sakamoto, eingeführt. Die Produktion begann im frühen 18. Jahrhundert n. Chr.

1970 wurde das Kunsthandwerk von der japanischen Regierung als immaterielles Kulturgut anerkannt und 1995 zum wichtigen immateriellen Kulturgut erhoben. Die traditionellen, wasserbetriebenen Mühlen, deren rhythmisches Rattern durch das Tal hallt, zählen ebenfalls zu Japans „100 Klanglandschaften“.

Merkmale und Stil

Onta-Keramik wird aus lokal gewonnenem Naturton aus den umliegenden Bergen hergestellt. Sie ist typischerweise natürlich und erdig und für den täglichen Gebrauch bestimmt – Schüsseln, Teller, Teetassen, Vasen und Krüge.

Dekoration

Die Dekorationen verwenden hauptsächlich Engoben- und Glasurtechniken, darunter:

  • Hakeme (Pinselstriche)
  • Tobikanna (Kammstriche)
  • Fingergezeichnete Muster
  • Glasurspritzer und -tropfen

Die Designs sind schlicht, funktional und warm – als Gebrauchsgegenstände und nicht als Kunstwerke gedacht, ganz im Sinne der Mingei-Bewegung (Volkskunst).

Produktionsprozess

  1. Tonaufbereitung – Lokal abgebauter Ton wird mit holzbetriebenen Wassermühlen (Kara-Usu), die vom Fluss des Dorfes angetrieben werden, zu Pulver zermahlen. Das Pulver wird gewaschen, gefiltert, getrocknet und geknetet.
  2. Formgebung – Kunsthandwerker formen Gefäße auf traditionellen, fußbetriebenen Töpferscheiben.
  3. Dekoration – Engoben und natürliche Glasuren aus Stroh, Asche, Kupfer oder Eisen werden aufgetragen. Dekorative Techniken wie „Tobikanna“ und „Hakeme“ erzeugen charakteristische Texturen.
  4. Brennen – Die Gefäße werden in einem 8-Kammer-„Noborigama“ (Aufstiegsofen) bei etwa 1250 °C über 36–55 Stunden gebrannt. Die Öfen werden nur 4–5 Mal im Jahr befeuert.
  5. Nachhaltigkeit – Das Dorf begrenzt den Tonabbau, um Ressourcen für zukünftige Generationen zu erhalten.

Gemeinschaftliche und kulturelle Bedeutung

Im Jahr 2024 gab es in Onta noch etwa zehn Töpferfamilien, die seit Generationen ihr Handwerk ausüben – hauptsächlich die Linien Yanase, Kuroki und Sakamoto –, in denen die Fertigkeiten oft vom Vater an den Sohn weitergegeben werden.

Die fertigen Stücke tragen das Siegel des Dorfes Onta, nicht das einzelner Töpfer, was die gemeinschaftliche Handwerkskunst unterstreicht.

Der stetige Rhythmus der wasserbetriebenen Mühlen trägt dazu bei, dass das Dorf zu Japans „100 Klanglandschaften“ zählt.

Wichtige Einflüsse und Anerkennung

  • Bernard Leach (1954) – Der britische Töpfer besuchte Onta, um dort zu lehren und zu lernen. Seine Designinnovationen sind in einigen modernen Onta-Keramiken noch heute sichtbar.
  • Mingei-Bewegung – Bekannt geworden durch Muneyoshi Yanagi, Shoji Hamada und Leach, feiert diese Bewegung das traditionelle Kunsthandwerk des Alltags.

Verwendung und Vertrieb

Onta-Keramik zeichnet sich durch robuste und zugleich elegante Gebrauchsgegenstände aus. Im Dorf selbst ist sie erschwinglich, in den Städten jedoch teurer.

Touristen können das Onta-Keramikmuseum besuchen und Live-Vorführungen erleben. Der Großteil des Verkaufs erfolgt direkt von den Brennöfen an Kunsthandwerksläden, ein Teil wird auch in Tokio und anderen Städten vertrieben.

Quellenangaben

  • Wikipedia: „Onta-Keramik“
  • JTCO-Übersicht: Ursprünge und Gründer von Kyoho
  • TAKEFUJI: Details zu Techniken und dem Erdrutschereignis von 2017
  • ANA Travel: Einblicke in Prozess und kulturelle Aspekte
  • RemioJapan: Kulturelle und haptische Kommentare
  • Japan Experience: Hinweise zu Verwendung und regionaler Verbreitung
  • QSR Mlit: Einfluss von Bernard Leach