Kategorie:Yayoi-Zeit

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Die Yayoi-Zeit (jap. 弥生時代, Yayoi jidai) bezeichnet die Epoche der japanischen Geschichte, die etwa von 900 v. Chr. bis 300 n. Chr. reicht. Sie folgt auf die Jōmon-Zeit und ist durch tiefgreifende kulturelle, technologische und soziale Veränderungen gekennzeichnet. Besonders prägend sind die Einführung des Nassreisanbaus, der Übergang zu sesshaften Agrargesellschaften sowie die Verbreitung von Metalltechnologien.

Der Name „Yayoi“ geht auf das Tokioter Stadtviertel Yayoi zurück, wo Ende des 19. Jahrhunderts eine charakteristische neue Keramikform entdeckt wurde. Diese Keramik, schlichter und funktionaler als die stark verzierte Jōmon-Keramik, gilt als zentrales archäologisches Kennzeichen der Epoche.

Chronologischer Rahmen

Die Yayoi-Zeit wird gewöhnlich in drei Abschnitte unterteilt:

  • Frühe Yayoi-Zeit – erste Nachweise von Reisanbau und veränderten Keramikformen,
  • Mittlere Yayoi-Zeit – Ausbreitung agrarischer Siedlungen und Metallgebrauch,
  • Späte Yayoi-Zeit – zunehmende soziale Differenzierung und Kontakte mit dem asiatischen Festland.

Die Datierungen beruhen auf einer Kombination aus Keramiktypologie, naturwissenschaftlichen Methoden und archäologischen Kontextfunden. Regionale Verschiebungen sind üblich, da sich Innovationen nicht gleichzeitig im ganzen Archipel verbreiteten.

Gesellschaftlicher Wandel

Mit der Yayoi-Zeit vollzieht sich einer der bedeutendsten Umbrüche der japanischen Geschichte:

  • Einführung der Landwirtschaft: Der Nassreisanbau, vermutlich über Korea eingeführt, führt zu stabileren Siedlungen, Vorratswirtschaft und komplexeren Arbeitsabläufen.
  • Metalltechnologie: Bronze- und später Eisenobjekte erscheinen erstmals in größerer Zahl – darunter Glocken (dōtaku), Werkzeugklingen und Schmuck.
  • Neue Siedlungsformen: Dörfer mit umfriedeten Bereichen, Speicherbauten und klarer Binnenstruktur entwickeln sich.
  • Soziale Differenzierung: Grabfunde weisen auf entstehende soziale Hierarchien hin, darunter aufwendigere Bestattungen für einzelne Gemeinschaftsmitglieder.

Diese Entwicklungen markieren den Übergang von jägerisch-sammlerischen Strukturen zu dauerhaft organisierten Landwirtschaftsgesellschaften.

Materielle Kultur und Handwerk

Die Yayoi-Zeit bildet den Ausgangspunkt für mehrere zentrale handwerkliche Traditionen Japans:

  • Keramik: Yayoi-Keramik ist meist dünnwandiger, funktionaler und technisch einheitlicher als die Keramik der Jōmon-Zeit. Ihre Formen spiegeln eine stärker auf Nahrungsproduktion ausgerichtete Lebensweise wider.
  • Bronzehandwerk: Die Herstellung von Kultglocken (dōtaku), Speerspitzen und anderen Ritualobjekten zeigt komplexe Gussverfahren und spezialisierte Werkstätten.
  • Eisenverarbeitung: Werkzeuge und einfache Waffen aus Eisen legen den Grundstein für spätere metallhandwerkliche Entwicklungen.
  • Holz- und Korbarbeiten: Die zunehmende Sesshaftigkeit führt zu einer größeren Vielfalt an Haushalts- und Arbeitsgeräten aus Holz und pflanzlichen Fasern.

Insgesamt zeigt die materielle Kultur der Yayoi-Zeit eine deutliche Professionalisierung handwerklicher Tätigkeiten und die ersten Ansätze arbeitsteiliger Gemeinschaften.

Bedeutung für die japanische Kulturgeschichte

Die Yayoi-Zeit gilt als eine der prägenden Phasen in der Formierung der japanischen Gesellschaft:

  • der Übergang zu agrarisch geprägten Siedlungen,
  • die Entstehung politischer Strukturen – Vorläufer späterer Klan- und Regionalverbände,
  • der Aufbau materieller Lebensformen, die viele Jahrhunderte Bestand haben,
  • erste großräumige Kulturerbe-Traditionen wie Metallrituale und Keramiktypologien.

Viele grundlegende kulturelle Muster, die später in der Kofun-Zeit weiter ausgebildet werden, entstehen bereits in dieser Epoche.

Literatur und Quellen

  1. Überblicksdarstellungen zur Vorgeschichte Japans mit Schwerpunkt auf der Yayoi-Kultur.
  2. Archäologische Untersuchungen japanischer und internationaler Forschungsgruppen zu Reisanbau und Metalltechnologie.
  3. Ausstellungskataloge zu Yayoi-Fundstätten mit Keramik, Bronzeobjekten und architektonischen Rekonstruktionen.

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