Kategorie:Region Hokkaidō
Die Region Hokkaidō (jap. 北海道地方, Hokkaidō-chihō) umfasst die nördlichste Großregion Japans und die gleichnamige Insel Hokkaidō. Sie ist geprägt durch weitläufige Landschaften, kaltes Klima, vulkanische Gebirgsketten, eigenständige materielle Kultur sowie eine besondere geschichtliche Entwicklung, insbesondere durch das Erbe der indigenen Ainu. Die Hauptstadt der Region ist Sapporo.
Geographischer Überblick
Die Region Hokkaidō umfasst:
- die Hauptinsel Hokkaidō,
- die vorgelagerten Inseln (u. a. Rishiri, Rebun, Okushiri),
- ausgedehnte Küstenlinien am Japanischen Meer, Pazifik und Ochotskischen Meer.
Landschaftsmerkmale:
- vulkanische Gebirgsketten (Daisetsuzan, Shiretoko),
- weite Ebenen (Ishikari-Ebene),
- arktisch beeinflusstes Klima,
- Nationalparks mit hoher Biodiversität,
- große Wälder, Flüsse und Schneeregionen.
Die Region besitzt eines der größten naturbelassenen Gebiete Japans.
Historischer Hintergrund
Die Geschichte Hokkaidōs unterscheidet sich deutlich vom Rest Japans:
- lange Eigenständigkeit und Kultur der Ainu,
- spätere Integration in den japanischen Staat (19. Jahrhundert),
- Entwicklung der Region unter der Kaitaku-Periode (Erschließung und Modernisierung),
- Aufbau von Infrastruktur, Landwirtschaft und Handel unter klimatisch schwierigen Bedingungen.
Ainu-Kultur und japanische Siedlerkultur stehen historisch in wechselseitigem Einfluss.
Traditionelle Handwerke und Kultur
Ainu-Kunst und -Handwerk
Die indigene Ainu-Kultur prägt Hokkaidō tief.
Typische Kunst- und Handwerksformen:
- Holzschnitzerei (ikupasuy, inau, Tierdarstellungen),
- Textilien aus eingesponnenen Naturfasern (attus),
- dekorative Muster (moreu, aiushi),
- traditionelle Werkzeuge und Ritualobjekte.
Die Muster und Schnitztechniken gelten als hochspezialisierte materielle Kulturform.
Holz- und Naturfaserhandwerk
Neben der Ainu-Kultur entwickelte sich eine regionale Holz- und Korbtradition:
- Schnitzarbeiten,
- Bambus- und Pflanzenfaserobjekte,
- Haushalts- und Gebrauchsgegenstände.
Keramik und regionale Töpferkunst
Obwohl weniger verbreitet als in Honshū, existieren regionale Keramikzentren:
- rustikale Steinzeugkeramik,
- Naturglasuren,
- funktionale Alltagskeramik.
Metall- und Werkzeughandwerk
Kleinere Werkstätten fertigen:
- Messer und Schneidwerkzeuge,
- Fischereigeräte,
- landwirtschaftliche Werkzeuge.
Diese Handwerke sind eng an Klima und Fischereikultur gebunden.
Textilien, Leder und regionale Mode
Etablierte Traditionen umfassen:
- Winterkleidung aus Naturfasern und Leder,
- regionale Muster in modernen Designs,
- Kombination aus Ainu-Motiven und zeitgenössischer Mode.
Moderne Kultur und Wirtschaft
Die Region Hokkaidō verbindet traditionelle Einflüsse mit moderner Entwicklung:
- Landwirtschaft (Getreide, Kartoffeln, Milchprodukte),
- Fischerei und Meeresprodukte,
- Tourismus (Winter, Naturparks, kulturelles Erbe),
- Lebensmittel- und Getränkeindustrie,
- nachhaltige Forstwirtschaft,
- Förderung der Ainu-Kultur durch Museen und Forschungseinrichtungen.
Kulturelle Sehenswürdigkeiten
Zu den bedeutendsten Orten gehören:
- Shiretoko-Halbinsel – UNESCO-Weltnaturerbe,
- Daisetsuzan-Nationalpark,
- Ainu-Museum Upopoy (Nationales Ainu-Kulturzentrum),
- Sapporo – Kultur- und Wirtschaftszentrum,
- Otaru – Hafenstadt und Glaskunst,
- Akan-Region – traditionelle Ainu-Kunst und Naturkultur.
Bedeutung der Region Hokkaidō
Die Region besitzt ein kulturell und geographisch einzigartiges Profil:
- eigenständige indigene Ainu-Kultur und -Handwerke,
- bedeutende Natur- und Landschaftsräume,
- wichtige Rolle im modernen Tourismus und in der Lebensmittelproduktion,
- Verbindung aus indigener Tradition, Migration und moderner Entwicklung,
- Beitrag zur Vielfalt der materiellen Kultur Japans.
Hokkaidō stellt eine unverwechselbare Großregion dar, deren kulturelle Identität tief in Natur und Geschichte verankert ist.
Literatur und Quellen
- Fachliteratur zur Geschichte und Kultur der Ainu.
- Studien zu Holz- und Textilhandwerk Hokkaidōs.
- Ausstellungskataloge zu materieller Kultur, Landschaft und regionaler Entwicklung.
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