Imari-Porzellan
Einleitung
Imari-Porzellan bezeichnet Porzellan aus der Region Hizen, das ab dem 17. Jahrhundert über den Hafen von Imari ausgeführt wurde. Es ist durch einen weißen, dichten Scherben und polychrome Überglasurdekorationen geprägt und zählt zu den bedeutendsten Exportporzellanen Japans.
Historischer Hintergrund
Imari-Porzellan entwickelte sich in der frühen Edo-Zeit in Hizen als Folge lokal nutzbarer Kaolinvorkommen. Die Produktionszentren lagen im Landesinneren, der Export jedoch lief über den Hafen Imari. Während des 17. und 18. Jahrhunderts wurde Imari zum wichtigsten Umschlagplatz für japanisches Porzellan im Außenhandel, mit europaweiter Rezeption.
Materialien
- weißer Kaolin aus Hizen
- Feldspatglasur
- mineralische Pigmente für Überglasurmalerei
- reduzierte Zuschlagstoffe zur Weißoptimierung
Techniken
- Drehscheibenformung
- Hochtemperaturbrand
- Unterglasurblau als Basis
- Überglasurmalerei in Polychromie
- Goldlinie und Feinornamentik
Werkzeuge und Ausrüstung
- Porzellanofen für Hochbrand
- Brennkapseln für Weißbrand
- Pinsel für Feindekor
- Goldapplikatoren und Pigmentmörser
Regionale Unterschiede
Imari-Hafen
Historischer Exportknotenpunkt, nicht Produktionsort.
Hizen-Werkstätten
Hauptproduktionsgebiet für Imari-Porzellan; Unter- und Überglasurtechniken als verbindliche Dekorgrundlage.
Kulturelle und rituelle Bedeutung
Imari-Porzellan bildete im 17. und 18. Jahrhundert einen zentralen Bestandteil des japanisch-europäischen Kunstdialogs. Die funktionale Nutzung ist weniger rituell als repräsentativ, im höfischen und dekorativen Kontext.
Moderne Entwicklungen
Fokus auf Reproduktionen historischer Dekore, Sammlermarkt mit musealer Klassifizierung, internationale Ausstellungen als Exportphänomen.
Bemerkenswerte Objekte oder Typen
- Imari-Polychromschalen
- blau-und-goldene Exportvasen
- Porzellan mit Unterglasurblau und Goldüberzug
Quellenangaben
- Kyushu Ceramic Museum: Imari Export Ware, 2020.
- Agency for Cultural Affairs (Bunka-chō): Hizen Porcelain Documentation, 2021.
- Tokyo National Museum: Early Edo Porcelain Studies, 2019.