Hasami-Porzellan

Aus Japanisches Craftpedia-Portal

Hasami-Keramik (波佐見焼, Hasami-yaki) bezeichnet eine japanische Keramikart, die in und um die Stadt Hasami in der Präfektur Nagasaki hergestellt wird. Bekannt für ihr robustes und zugleich feines Porzellan, ist Hasami-Keramik seit dem frühen 17. Jahrhundert ein fester Bestandteil des japanischen Alltagsgeschirrs. Sie zeichnet sich insbesondere durch ihre blau-weiße Dekoration, ihre Massenproduktionstechniken und ihren Beitrag zur Verbreitung von Porzellan aus.

Geschichte

Die Produktion von Hasami-Keramik begann um 1599 während der Azuchi-Momoyama-Zeit, nachdem koreanische Töpfer, die nach Japan gekommen waren, Keramiktechniken eingeführt hatten. Die nahegelegene Region Arita war bereits für ihr Porzellan bekannt, und Hasami entwickelte sich parallel dazu. Oft wurden Waren unter dem Namen Arita exportiert.

In der Edo-Zeit verbreitete sich Hasami-Keramik dank der günstigen Lage der Region und ihrer Handelswege in ganz Japan. Ihre Erschwinglichkeit und Praktikabilität trugen zu ihrer Beliebtheit in einfachen Haushalten bei, und einige Stücke wurden auch für den Export nach Europa über die Niederländische Ostindien-Kompanie hergestellt.

Merkmale

Hasami-Keramik ist überwiegend Porzellan, obwohl einige frühe Stücke aus Steinzeug gefertigt wurden. Zu ihren charakteristischen Merkmalen gehören:

  • Weißes Porzellan mit kobaltblauer Unterglasur.
  • Schlichte, praktische Formen für den täglichen Gebrauch.
  • Spätere Anwendung von Polychromie und Transferdrucktechniken, wodurch die Produktion effizienter wurde.

Die Keramik gilt oft als weniger verziert als Imari- oder Kutani-Porzellan und legt stattdessen Wert auf Funktionalität und breite Verfügbarkeit. Diese Praktikabilität führte zu ihrem Ruf als „Porzellan des Volkes“.

Moderne Produktion

Auch heute noch produziert Hasami eine große Vielfalt an Porzellanwaren, von traditionellen Schalen und Tellern bis hin zu modernem Geschirr und Designstücken. Lokale Kunsthandwerker arbeiten mit modernen Designern zusammen, um das Handwerk zeitgemäß zu halten und gleichzeitig traditionelle Methoden zu bewahren. Hasami-Keramik wird in der Präfektur Nagasaki auch durch Kulturfestivals und lokale Tourismusinitiativen gefördert.

Siehe auch

Literaturverzeichnis

  • Cort, Louise Allison. „Shigaraki, Potters’ Valley“. Kodansha International, 1979.
  • Impey, Oliver. „Japanisches Exportporzellan: Katalog der Sammlung des Ashmolean Museums, Oxford“. Hotei Verlag, 2002.