Aka-Raku-Keramik

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Einleitung

Aka-Raku-Keramik ist eine Untertradition der Raku-Ware und zeichnet sich durch eisenreiche rote Tonmassen und minimal glasierte Oberflächen aus. Die Herstellung ist historisch an den Teeweg (chanoyu) und Kyōto gebunden.

Historischer Hintergrund

Aka-Raku entstand in der späten Azuchi–Momoyama-Zeit im Umfeld von Sen no Rikyū und wurde durch Chōjirō etabliert. Während der Edo-Zeit entwickelte sich Aka-Raku zu einem zentralen Gefäßtyp der höfischen Teeästhetik. Die Traditionslinie bleibt bis heute in der Raku-Familie in Kyōto erhalten.

Materialien

  • eisenreicher Raku-Ton aus Kyōto
  • Schamotteanteile zur Stabilität
  • eisenbasierte Engoben zur Rotintensivierung
  • transparente bis semitransparente Ascheglasuren

Techniken

  • Handformung ohne Drehscheibe (tezukune)
  • Raku-Niedrigbrand
  • Reduktionsatmosphäre zur Farbentwicklung
  • manuelle Entnahme aus dem Ofen
  • kontrollierte Außenabkühlung
  • keine dekorativen Überglasuren

Werkzeuge und Ausrüstung

  • Raku-Niedrigofen
  • eiserne Ofenzangen (kōguchi)
  • Holzkohle als Brennstoff
  • Holzkisten für kontrollierte Abkühlung
  • Holz- und Metallspatel für Formgebung

Regionale Unterschiede

Akazu-Ofengebiet

Keine Zuweisung; Aka-Raku wird ausschließlich in Kyōto tradiert.

Seto-Stadtzentrum

Keine Linie; Seto praktiziert eigene Raku-Adaptionen, jedoch kein Aka-Raku.

Zeitgenössische Werkstätten

Authentische Produktion verbleibt nahezu ausschließlich im Raku-Meisterhaus in Kyōto; externe Werkstätten reproduzieren lediglich stilistische Merkmale.

Kulturelle und rituelle Bedeutung

Aka-Raku ist eng mit dem Teezeremoniell verbunden. Die schlichte Oberfläche, das Rot und die durch wabi-sabi geprägte Zurückhaltung definieren Aka-Raku als rituelles Teegefäß.

Moderne Entwicklungen

Die aktuelle Raku-Generation bewahrt Handformung, Niedrigbrand und Minimalglasur. Internationale Tee-Schulen und Museen verwenden Aka-Raku weiterhin im funktionalen Zeremonialkontext.

Bemerkenswerte Objekte oder Typen

  • Aka-Raku-chawan
  • reduzierte Rotoberflächen
  • signierte Gefäße der Raku-Linie (Raku I–XV)

Galerie

Entfällt gemäß Vorgabe.

Quellenangaben

  • MOA Museum of Art: Raku: Lineage and Tea Aesthetics, 2017.
  • Tokyo National Museum: Chanoyu Ceramics, 2019.
  • Agency for Cultural Affairs (Bunka-chō): Traditional Ceramics of Kyoto, 2020.
  • Raku Museum Kyōto: Aka-Raku Catalogue, 2016.