Kategorie:Präfektur Shiga
Die Präfektur Shiga (jap. 滋賀県, Shiga-ken) liegt im Zentrum der Region Kansai auf der Hauptinsel Honshū. Sie umschließt nahezu vollständig den Biwa-See, den größten Süßwassersee Japans, und besitzt eine reiche historische, kulturelle und handwerkliche Tradition. Die Hauptstadt ist Ōtsu, weitere bedeutende Städte sind Hikone, Nagahama, Kusatsu und Kōka.
Geographischer Überblick
Die Präfektur Shiga grenzt an:
Landschaftsmerkmale:
- der Biwa-See (Biwa-ko) als zentrales Natur- und Kultursymbol,
- Bergketten wie Hira und Hiei,
- ländliche Täler,
- historische Verkehrswege (Nakasendō und Tōkaidō),
- reiche Wasserressourcen.
Historischer Hintergrund
Shiga war historisch Teil der Provinz Ōmi. Die Region spielte eine bedeutende Rolle im Transportwesen der Edo-Zeit, da wichtige Straßen entlang des Biwa-Sees verliefen.
Die Stadt Hikone ist für ihre Burg und ihr Samurai-Erbe berühmt. Ōtsu diente als historisches Kommunikationszentrum zwischen Kyōto und Ostjapan.
Kulturell ist die Präfektur eng mit religiösen Zentren verbunden, etwa dem Hiei-Zan-Enryaku-ji, einem der bedeutendsten buddhistischen Klöster des Landes.
Traditionelle Handwerke und Kultur
Shigaraki-yaki (Keramik)
Shigaraki-yaki (信楽焼) gehört zu den ältesten Keramiktraditionen Japans und besitzt überregionale Bedeutung.
Merkmale:
- robuste Steinzeugkeramik,
- natürliche, erdige Farbnuancen,
- Verwendung von lokalem Ton mit hohem Quarzanteil,
- typische Figuren wie die Tanuki-Skulpturen.
Shigaraki ist eines der „Sechs alten Öfen Japans“ (日本六古窯).
Ōtsu-e (Volkskunst)
Ōtsu-e (大津絵) ist eine traditionelle Volksmalerei aus der Edo-Zeit.
Charakteristika:
- humorvolle, farbige Motive,
- religiöse und folkloristische Figuren,
- einfache Pinseltechnik mit großer Ausdruckskraft.
Diese Kunstform ist einzigartig für die Region.
Kōka-Ninja-Handwerk und Traditionen
Die Stadt Kōka (Kōga) war historisch ein Zentrum der Ninja-Schulen.
Kulturelle Elemente:
- traditionelle Waffen- und Werkzeugformen,
- Bauweisen von versteckten Räumen,
- regionale Überlieferungen und Museen.
Lack-, Holz- und Metallarbeiten
Einige Gemeinden produzieren:
- lackierte Holzobjekte für Alltag und Zeremonie,
- traditionelle Haushaltswaren,
- Metallwerkzeuge und Kleingeräte.
Textilien und Färbetechniken
Shiga besitzt kleinere Textiltraditionen:
- pflanzliche Färbungen,
- feine Leinen- und Baumwollstoffe,
- regionale Muster.
Moderne Kultur und Wirtschaft
Die Präfektur Shiga verbindet traditionelle Kultur mit moderner wirtschaftlicher Entwicklung:
- Industriezentren entlang der Verkehrsachsen,
- Landwirtschaft (Reis, Gemüse, Fischereiprodukte aus dem Biwa-See),
- Tourismus (Hikone-Burg, Biwa-See, Tempel und Pilgerwege),
- Umwelt- und Naturschutzprojekte rund um den Biwa-See,
- Bewahrung der Shigaraki-Kultur und Volkskunst.
Kulturelle Sehenswürdigkeiten
Zu den bedeutendsten Orten gehören:
- Hikone-Burg – eine der besterhaltenen Burgen Japans,
- Biwa-See – kulturelles Herzstück der Präfektur,
- Enryaku-ji auf dem Berg Hiei,
- Shigaraki – Keramikdörfer und Museen,
- Ōtsu – historische Verkehrs- und Hafenstadt,
- Ninja-Museum in Kōka.
Bedeutung der Präfektur Shiga
Shiga besitzt ein reiches kulturelles und historisches Profil:
- eines der ältesten Keramikzentren Japans (Shigaraki-yaki),
- einzigartige Volkskunst (Ōtsu-e),
- starke Verbindung zu buddhistischen und feudalen Traditionen,
- vielfältige Handwerksformen in Holz, Metall und Textil,
- zentrale Rolle für Kultur und Verkehr im alten Japan.
Die Präfektur trägt wesentlich zur materiellen und immateriellen Kultur des Kansai-Raumes bei.
Literatur und Quellen
- Fachliteratur zur Geschichte und Kultur der Provinz Ōmi.
- Studien zu Shigaraki-Keramik und Volkskunst Ōtsu-e.
- Ausstellungskataloge zu materieller Kultur, Keramik und regionaler Tradition Shigas.
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