Kategorie:Kofun-Zeit

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Die Kofun-Zeit (jap. 古墳時代, Kofun jidai) umfasst den Zeitraum von etwa dem 3. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. und bildet eine zentrale Phase der frühen japanischen Staatsbildung. Ihren Namen erhielt die Epoche von den monumentalen Grabhügeln (kofun), die für Mitglieder der entstehenden politischen Elite errichtet wurden. Diese Grabhügel – oft schlüssellochförmig und von gewaltigen Ausmaßen – gehören zu den eindrucksvollsten archäologischen Anlagen Japans.

Die Kofun-Zeit folgt auf die Yayoi-Zeit und geht allmählich in die Asuka-Zeit über. Sie ist geprägt durch die Herausbildung mächtiger Klanstrukturen, zunehmende soziale Hierarchisierung und wachsende politische Zentralisierung.

Chronologischer Rahmen

Die Kofun-Zeit wird üblicherweise in mehrere Abschnitte gegliedert:

  • Frühe Kofun-Zeit – Entstehung erster Grabhügel kleinerer Dimension,
  • Mittlere Kofun-Zeit – Bau monumentaler schlüssellochförmiger Hügel, Aufstieg der Yamato-Polität,
  • Späte Kofun-Zeit – schrittweiser Übergang zu stärker staatlich organisierten Strukturen und wachsende kulturelle Einflüsse aus dem asiatischen Festland.

Datierungen stützen sich auf Keramiktypologien (vor allem haniwa), Beigaben aus Bronze und Eisen sowie bauliche Merkmale der Grabanlagen.

Gesellschaft und politische Entwicklungen

Die Kofun-Zeit markiert eine Phase tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Transformation:

  • Aufstieg der Yamato-Elite: In Zentraljapan – insbesondere in der Region um Nara – etabliert sich ein Machtzentrum, das spätere staatliche Strukturen prägt.
  • Hierarchisierte Gesellschaft: Grabbeigaben und Monumentalbauten belegen eine deutliche soziale Schichtung.
  • Kontakte mit dem Festland: Intensive kulturelle Einflüsse aus Korea und China führen zu neuen Technologien, Schriftformen und administrativen Modellen.
  • Militärische Organisation: Funde von Waffen und Rüstungen verweisen auf die wachsende Bedeutung militärischer Eliten.

Die Kofun-Zeit wird daher oft als Schwellenperiode gesehen, die die Grundlagen des frühen japanischen Staates legt.

Materielle Kultur und Handwerk

Die Epoche zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt an kunsthandwerklichen Traditionen aus:

  • Haniwa-Figuren: Terrakottafiguren, die auf bzw. um die Grabhügel aufgestellt wurden. Sie zeigen Menschen, Tiere, Gebäude und Werkzeuge und bieten wertvolle Einblicke in Alltag, Kleidung und soziale Strukturen der Zeit.
  • Metallhandwerk: Herstellung komplexer Bronze- und Eisenobjekte, darunter Spiegel, Waffen, Rüstungen und Schmuckstücke.
  • Keramik: Keramiken der Kofun-Zeit sind technisch ausgereift und oft eng mit rituellen Kontexten verbunden.
  • Holz- und Lederarbeiten: Archäologische Funde aus wassergesättigten Böden zeigen qualitätvolle Holzverarbeitung und Lederhandwerk, darunter Teile von Rüstungen und Reitzausrüstung.
  • Textilien: Stoffreste und Werkzeuge lassen auf spezialisierte Weberwerkstätten schließen.

Die materielle Kultur verdeutlicht eine zunehmende Professionalisierung der Handwerke und eine enge Verbindung zwischen Kunstfertigkeit und politisch-rituellen Praktiken.

Bedeutung der Kofun-Zeit

Die Kofun-Zeit hat für die japanische Geschichte eine herausragende Bedeutung:

  • Sie markiert den Übergang von regionalen Gemeinschaften zu einem politisch zentralisierten Verband unter der Yamato-Polität.
  • Sie definiert viele soziale und kulturelle Muster, die in der Asuka- und Nara-Zeit weiterentwickelt werden.
  • Ihre Monumentalbauten gehören zu den größten prähistorischen Strukturen weltweit und sind ein wesentlicher Bestandteil des japanischen kulturellen Erbes.

Mehrere Kofun-Anlagen, darunter das Daisenryō-Kofun (traditionell dem Tennō Nintoku zugeschrieben), gehören zu den bedeutendsten archäologischen Monumenten Ostasiens.

Literatur und Quellen

  1. Fachliteratur zur Archäologie der Kofun-Zeit.
  2. Publikationen japanischer Museen und Forschungsinstitute zu haniwa und Grabhügeln.
  3. Ausstellungskataloge zu Metallartefakten, Keramik und Rüstungstechnik der frühen japanischen Geschichte.

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