Kategorie:Jōmon-Zeit

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Die Jōmon-Zeit (jap. 縄文時代, Jōmon jidai) bezeichnet eine der frühesten bekannten Phasen der japanischen Geschichte. Sie erstreckt sich – je nach Einteilung – ungefähr von der Zeit um 14.000 v. Chr. bis in die Jahrhunderte um 300 v. Chr. und ist vor allem durch früh entwickelte Keramik, eine Jäger- und Sammlerökonomie mit ergänzendem Sammeln von Nüssen und Wildpflanzen sowie durch charakteristische Siedlungsformen gekennzeichnet.

Der Begriff „Jōmon“ („Seilmuster“) bezieht sich auf die typische Verzierung der Keramikgefäße, deren Oberflächen mit eingedrückten Schnurmustern gestaltet wurden. Diese Gefäße gehören zu den frühesten bekannten Tongefäßen der Welt und sind nicht nur archäologische Funde, sondern ein zentrales Element des materiellen Kulturerbes Japans.

Chronologischer Rahmen

Die Jōmon-Zeit wird in der Forschung meist in mehrere Abschnitte unterteilt, die sich vor allem über Keramiktypologie und naturwissenschaftliche Datierungsmethoden (z. B. Radiokarbon) definieren. Häufig genannte Stufen sind:

  • frühe Abschnitte mit den ältesten Keramikfunden,
  • Früh-, Mittel-, Spät- und Endphase (je nach Systematik leicht unterschiedlich benannt und datiert).

Die genauen Jahreszahlen variieren je nach Autorin bzw. Autor, doch besteht Einigkeit darin, dass die Jōmon-Zeit eine sehr lange, mehrere Jahrtausende umfassende Epoche bildet und ausgeprägte regionale Unterschiede innerhalb des japanischen Archipels zeigt.

Gesellschaft und Lebensweise

Die Menschen der Jōmon-Zeit lebten überwiegend von Jagd, Fischfang und Sammelwirtschaft. Archäologische Funde belegen:

  • den Fang von Fischen und Meeresfrüchten,
  • die Nutzung von Eicheln, Kastanien und anderen Waldressourcen,
  • den Bau von Grubenhäusern (eingetieften Wohnbauten),
  • die Anlage von Siedlungen mit zum Teil kreisförmigen Hausgrundrissen.

Keramikgefäße dienten zum Kochen, Aufbewahren und Verarbeiten von Nahrungsmitteln. Daneben sind zahlreiche Steingeräte, Schmuckstücke und kleine Tonfiguren (dogū) überliefert, die oft als Ausdruck religiöser Vorstellungen oder symbolischer Praktiken gedeutet werden.

Bedeutung für die Handwerksgeschichte Japans

Für die Geschichte des japanischen Handwerks besitzt die Jōmon-Zeit grundlegende Bedeutung:

  • Frühe Keramikherstellung: Die Jōmon-Keramik zeigt, dass komplexe Formen, Verzierungstechniken und Brennverfahren bereits in einer voragrarischen Gesellschaft entwickelt wurden. Viele spätere keramische Traditionen Japans knüpfen – wenn auch über große zeitliche Distanzen – an diese technische und ästhetische Basis an.
  • Holz- und Flechtarbeiten: Archäologische Funde weisen auf die Verarbeitung von Holz und pflanzlichen Fasern hin. Geflecht, Körbe und einfache Holzkonstruktionen bilden frühe Vorläufer späterer spezialisierter Handwerkszweige.
  • Materialwissen und Umweltbezug: Der gezielte Einsatz von Ton, Holz, Stein und organischen Materialien zeigt ein ausgeprägtes Verständnis für Eigenschaften und Potenziale der verfügbaren Rohstoffe – ein zentrales Merkmal des Handwerks bis in die Gegenwart.

In vielen Regionen Japans dienen Jōmon-Fundstätten, rekonstruierte Grubenhäuser und nachgefertigte Keramik heute als Grundlage für Vermittlungsprojekte, Ausstellungen und Workshops, die Besucherinnen und Besucher an die lange Geschichte des japanischen Handwerks heranführen.

Literatur und Quellen

  1. Überblickswerke zur japanischen Vorgeschichte mit Schwerpunkt auf der Jōmon-Kultur.
  2. Archäologische Publikationen japanischer National- und Regionalmuseen.
  3. Ausstellungskataloge zur Jōmon-Zeit mit technischen Beschreibungen von Keramik, Werkzeugen und dogū-Figuren.

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