Aka-Shino-Keramik

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Einleitung

Aka-Shino-Keramik ist eine Untertradition der Mino-Keramik und zeichnet sich durch eisenrote Tonmassen, feldspatreiche Glasuren und matte bis leicht gerissene Oberflächen aus. Sie entstand im späten 16. Jahrhundert im Ofengebiet Mino (heutige Präfektur Gifu).

Historischer Hintergrund

Aka Shino entwickelte sich in der Azuchi–Momoyama-Zeit als Variation der klassischen Shino-Glasuren. Während der Edo-Periode bestand die Produktion in reduzierter Form fort. Im 20. und 21. Jahrhundert erfuhr Aka Shino eine museale Wiederaufnahme und stilistische Rekonstruktion durch Werkstätten in Gifu.

Materialien

  • eisenreicher Mino-Ton
  • feldspatreiche Shino-Glasur
  • eisenhaltige Engobe zur Rotfärbung
  • geringe Quarzanteile in der Grundmasse

Techniken

  • Drehscheibenformung und teils Handaufbau
  • Shino-Hochbrand
  • Reduktionsbrand zur Rotintensivierung
  • Auftrag eisenhaltiger Engoben vor Glasur
  • kontrollierte Abkühlung zur Craquelé-Bildung

Werkzeuge und Ausrüstung

  • Hochbrandofen (Holzbefeuerung bevorzugt)
  • Brennhilfen und Ofenkapseln
  • Töpferscheibe
  • Spatel und Holzwerkzeuge zur Oberflächenbearbeitung

Regionale Unterschiede

Mino-Zentrum (Gifu)

Hauptproduktionsort seit dem 16. Jahrhundert, verbindlich für die ursprüngliche Aka-Shino-Tradition.

Zeitgenössische Werkstätten

Seit der Shōwa-Zeit Rekonstruktion und limitierte Neuinterpretationen, überwiegend in Gifu basierend auf historischen Vorlagen.

Kulturelle und rituelle Bedeutung

Aka Shino steht in direkter Beziehung zur Teeästhetik des späten 16. Jahrhunderts. Die Rotglasur und die matte Oberfläche entsprechen den Reduktionstendenzen der wabi-orientierten Teezeremonialkunst.

Moderne Entwicklungen

Neue Brandtechniken und kontrollierte Reduktionsatmosphären dienen der Wiederherstellung historischer Rotvarianten. Museumsbasierte Reproduktionen und Sammlerkeramik prägen die heutige Wahrnehmung.

Bemerkenswerte Objekte oder Typen

  • Aka-Shino-chawan
  • eisenrote Engobenvarianten
  • reduktive Shino-Glasuren mit Craquelé-Strukturen

Quellenangaben

  • Gifu Prefectural Museum of Art: Mino Ceramics and Shino Variants, 2019.
  • Agency for Cultural Affairs (Bunka-chō): Traditional Ceramics of Gifu, 2021.
  • Tokyo National Museum: Momoyama Tea Ceramics, 2020.