Aka-Raku-Keramik

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1. Einleitung

Die Aka-Raku-Keramik ist eine Untertradition der Raku-Ware und zeichnet sich durch rote, eisenreiche Tonmassen und reduzierte Glasurfarbigkeit aus. Sie ist eng mit dem japanischen Teeweg (chanoyu) verbunden und entstand im Umfeld Kyōtos im späten 16. Jahrhundert.

2. Historischer Hintergrund

Aka-Raku entwickelte sich unter Chōjirō im Auftrag von Sen no Rikyū während der Azuchi–Momoyama-Zeit (spätes 16. Jh.). Die Produktion blieb über Generationen im Hause Raku in Kyoto konzentriert. In der Edo-Zeit wurde Aka-Raku zentraler Bestandteil höfischer und aristokratischer Teekultur. Die Tradition besteht in direkter Meisterlinie bis heute.

3. Materialien

  • eisenreicher Raku-Ton aus Kyoto
  • feine Schamotteanteile zur Stabilisierung im Niedrigbrand
  • eisenbasierte Engoben zur Rotentwicklung
  • aschebasierte, transparente bis halbdurchsichtige Glasuren

4. Techniken

  • Handformung (tezukune) ohne Drehscheibe
  • Raku-Brand im Niedrigtemperaturbereich
  • Reduktionsbrand zur Rotintensivierung
  • gezieltes Abkühlen außerhalb des Ofens
  • minimale Oberflächenpolitur, keine dekorative Überglasur

5. Werkzeuge und Ausrüstung

  • kleiner Raku-Niedrigofen
  • eiserne Ofenzangen (kōguchi)
  • Holzkohle als Brennstoff
  • Holzkisten zur Abkühlung
  • Mikrokellen und Holzspatel zur Handformung

6. Regionale Unterschiede

6.1 Akazu-Ofengebiet

Keine direkte Zuweisung; Aka-Raku bleibt strikt Kyoto-basiert.

6.2 Seto-Stadtzentrum

Keine Produktionslinie; Seto adaptiert Raku-Technik in anderen Varianten, jedoch nicht als Aka-Raku-Tradition.

6.3 Zeitgenössische Werkstätten

Aka-Raku bleibt bis heute nahezu exklusiv in der Raku-Familienlinie in Kyoto geführt. Zeitgenössische Werkstätten imitieren ästhetische Merkmale, ohne direkte Traditionslizenz.

7. Kulturelle und rituelle Bedeutung

Aka-Raku ist direkt mit der Zen-geprägten Teeästhetik verbunden. Die schlichte, matte Oberfläche und die reduzierte Farbigkeit spiegeln wabi–sabi und die Ideale des Teezeremoniells wider. Aka-Raku-Schalen fungieren als zentrale Utensilien im chanoyu.

8. Moderne Entwicklungen

Zeitgenössische Generationen der Raku-Familie erweitern minimale Glasurvarianten, bleiben jedoch strikt im Handformungs- und Niedrigbrandkanon. Internationale Museen und Tee-Schulen nutzen Aka-Raku weiterhin in originaler Funktion.

9. Bemerkenswerte Objekte oder Typen

  • Aka-Raku-chawan (klassischer Teebecher)
  • reduzierte, monochrome Rotgefäße
  • signierte Meisterlinienstücke (Raku I–XV)

10 Galerie

entfällt gemäß Vorgabe

11 Quellenangaben

  • MOA Museum of Art, Raku: Lineage and Tea Aesthetics, 2017.
  • Tokyo National Museum, Ausstellungskatalog Chanoyu Ceramics, 2019.
  • Agency for Cultural Affairs (Bunka-chō), Traditional Ceramics of Kyoto, 2020.
  • Raku Museum Kyoto, Aka-Raku Lineage Catalogue, 2016.