Aka-Raku-Keramik: Unterschied zwischen den Versionen

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== 1. Einleitung ==
== Einleitung ==
Die '''Aka-Raku-Keramik''' ist eine Untertradition der Raku-Ware und zeichnet sich durch rote, eisenreiche Tonmassen und reduzierte Glasurfarbigkeit aus. Sie ist eng mit dem japanischen Teeweg (''chanoyu'') verbunden und entstand im Umfeld Kyōtos im späten 16. Jahrhundert.
'''Aka-Raku-Keramik''' ist eine Untertradition der Raku-Ware und zeichnet sich durch eisenreiche rote Tonmassen und minimal glasierte Oberflächen aus. Die Herstellung ist historisch an den Teeweg (''chanoyu'') und Kyōto gebunden.


== 2. Historischer Hintergrund ==
== Historischer Hintergrund ==
Aka-Raku entwickelte sich unter '''Chōjirō''' im Auftrag von '''Sen no Rikyū''' während der '''Azuchi–Momoyama-Zeit''' (spätes 16. Jh.). Die Produktion blieb über Generationen im Hause Raku in Kyoto konzentriert. In der Edo-Zeit wurde Aka-Raku zentraler Bestandteil höfischer und aristokratischer Teekultur. Die Tradition besteht in direkter Meisterlinie bis heute.
Aka-Raku entstand in der späten '''Azuchi–Momoyama-Zeit''' im Umfeld von '''Sen no Rikyū''' und wurde durch '''Chōjirō''' etabliert. Während der Edo-Zeit entwickelte sich Aka-Raku zu einem zentralen Gefäßtyp der höfischen Teeästhetik. Die Traditionslinie bleibt bis heute in der Raku-Familie in Kyōto erhalten.


== 3. Materialien ==
== Materialien ==
* eisenreicher Raku-Ton aus Kyōto
* Schamotteanteile zur Stabilität
* eisenbasierte Engoben zur Rotintensivierung
* transparente bis semitransparente Ascheglasuren


* eisenreicher Raku-Ton aus Kyoto
== Techniken ==
* feine Schamotteanteile zur Stabilisierung im Niedrigbrand
* Handformung ohne Drehscheibe (''tezukune'')
* eisenbasierte Engoben zur Rotentwicklung
* Raku-Niedrigbrand
* aschebasierte, transparente bis halbdurchsichtige Glasuren
* Reduktionsatmosphäre zur Farbentwicklung
* manuelle Entnahme aus dem Ofen
* kontrollierte Außenabkühlung
* keine dekorativen Überglasuren


== 4. Techniken ==
== Werkzeuge und Ausrüstung ==
 
* Raku-Niedrigofen
* '''Handformung (tezukune)''' ohne Drehscheibe
* '''Raku-Brand''' im Niedrigtemperaturbereich
* Reduktionsbrand zur Rotintensivierung
* gezieltes Abkühlen außerhalb des Ofens
* minimale Oberflächenpolitur, keine dekorative Überglasur
 
== 5. Werkzeuge und Ausrüstung ==
 
* kleiner Raku-Niedrigofen
* eiserne Ofenzangen (''kōguchi'')
* eiserne Ofenzangen (''kōguchi'')
* Holzkohle als Brennstoff
* Holzkohle als Brennstoff
* Holzkisten zur Abkühlung
* Holzkisten für kontrollierte Abkühlung
* Mikrokellen und Holzspatel zur Handformung
* Holz- und Metallspatel für Formgebung
 
== 6. Regionale Unterschiede ==


=== 6.1 Akazu-Ofengebiet ===
== Regionale Unterschiede ==
Keine direkte Zuweisung; Aka-Raku bleibt strikt Kyoto-basiert.


=== 6.2 Seto-Stadtzentrum ===
=== Akazu-Ofengebiet ===
Keine Produktionslinie; Seto adaptiert Raku-Technik in anderen Varianten, jedoch nicht als Aka-Raku-Tradition.
Keine Zuweisung; Aka-Raku wird ausschließlich in Kyōto tradiert.


=== 6.3 Zeitgenössische Werkstätten ===
=== Seto-Stadtzentrum ===
Aka-Raku bleibt bis heute nahezu exklusiv in der '''Raku-Familienlinie''' in Kyoto geführt. Zeitgenössische Werkstätten imitieren ästhetische Merkmale, ohne direkte Traditionslizenz.
Keine Linie; Seto praktiziert eigene Raku-Adaptionen, jedoch kein Aka-Raku.


== 7. Kulturelle und rituelle Bedeutung ==
=== Zeitgenössische Werkstätten ===
Aka-Raku ist direkt mit der Zen-geprägten Teeästhetik verbunden. Die schlichte, matte Oberfläche und die reduzierte Farbigkeit spiegeln '''wabi–sabi''' und die Ideale des Teezeremoniells wider. Aka-Raku-Schalen fungieren als zentrale Utensilien im ''chanoyu''.
Authentische Produktion verbleibt nahezu ausschließlich im Raku-Meisterhaus in Kyōto; externe Werkstätten reproduzieren lediglich stilistische Merkmale.


== 8. Moderne Entwicklungen ==
== Kulturelle und rituelle Bedeutung ==
Zeitgenössische Generationen der Raku-Familie erweitern minimale Glasurvarianten, bleiben jedoch strikt im Handformungs- und Niedrigbrandkanon. Internationale Museen und Tee-Schulen nutzen Aka-Raku weiterhin in originaler Funktion.
Aka-Raku ist eng mit dem Teezeremoniell verbunden. Die schlichte Oberfläche, das Rot und die durch ''wabi-sabi'' geprägte Zurückhaltung definieren Aka-Raku als rituelles Teegefäß.


== 9. Bemerkenswerte Objekte oder Typen ==
== Moderne Entwicklungen ==
Die aktuelle Raku-Generation bewahrt Handformung, Niedrigbrand und Minimalglasur. Internationale Tee-Schulen und Museen verwenden Aka-Raku weiterhin im funktionalen Zeremonialkontext.


* Aka-Raku-''chawan'' (klassischer Teebecher)
== Bemerkenswerte Objekte oder Typen ==
* reduzierte, monochrome Rotgefäße
* Aka-Raku-''chawan''
* signierte Meisterlinienstücke (Raku I–XV)
* reduzierte Rotoberflächen
* signierte Gefäße der Raku-Linie (Raku I–XV)


== 10 Galerie ==
== Galerie ==
'''entfällt gemäß Vorgabe'''
''Entfällt gemäß Vorgabe.''


== 11 Quellenangaben ==
== Quellenangaben ==
* MOA Museum of Art: ''Raku: Lineage and Tea Aesthetics'', 2017.
* Tokyo National Museum: ''Chanoyu Ceramics'', 2019.
* Agency for Cultural Affairs (Bunka-chō): ''Traditional Ceramics of Kyoto'', 2020.
* Raku Museum Kyōto: ''Aka-Raku Catalogue'', 2016.


* MOA Museum of Art, ''Raku: Lineage and Tea Aesthetics'', 2017.
[[Kategorie:Keramik]]
* Tokyo National Museum, Ausstellungskatalog ''Chanoyu Ceramics'', 2019.
[[Kategorie:Präfektur Kyōto]]
* Agency for Cultural Affairs (Bunka-chō), ''Traditional Ceramics of Kyoto'', 2020.
[[Kategorie:Kansai Region]]
* Raku Museum Kyoto, ''Aka-Raku Lineage Catalogue'', 2016.
[[Kategorie:Azuchi-Momoyama-Zeit]]
[[Kategorie:Edo-Zeit]]
[[Kategorie:Meiji-Zeit]]
[[Kategorie:Taishō-Zeit]]
[[Kategorie:Shōwa-Zeit]]
[[Kategorie:Heisei-Zeit]]
[[Kategorie:Reiwa-Zeit]]

Aktuelle Version vom 9. Dezember 2025, 20:27 Uhr

Einleitung

Aka-Raku-Keramik ist eine Untertradition der Raku-Ware und zeichnet sich durch eisenreiche rote Tonmassen und minimal glasierte Oberflächen aus. Die Herstellung ist historisch an den Teeweg (chanoyu) und Kyōto gebunden.

Historischer Hintergrund

Aka-Raku entstand in der späten Azuchi–Momoyama-Zeit im Umfeld von Sen no Rikyū und wurde durch Chōjirō etabliert. Während der Edo-Zeit entwickelte sich Aka-Raku zu einem zentralen Gefäßtyp der höfischen Teeästhetik. Die Traditionslinie bleibt bis heute in der Raku-Familie in Kyōto erhalten.

Materialien

  • eisenreicher Raku-Ton aus Kyōto
  • Schamotteanteile zur Stabilität
  • eisenbasierte Engoben zur Rotintensivierung
  • transparente bis semitransparente Ascheglasuren

Techniken

  • Handformung ohne Drehscheibe (tezukune)
  • Raku-Niedrigbrand
  • Reduktionsatmosphäre zur Farbentwicklung
  • manuelle Entnahme aus dem Ofen
  • kontrollierte Außenabkühlung
  • keine dekorativen Überglasuren

Werkzeuge und Ausrüstung

  • Raku-Niedrigofen
  • eiserne Ofenzangen (kōguchi)
  • Holzkohle als Brennstoff
  • Holzkisten für kontrollierte Abkühlung
  • Holz- und Metallspatel für Formgebung

Regionale Unterschiede

Akazu-Ofengebiet

Keine Zuweisung; Aka-Raku wird ausschließlich in Kyōto tradiert.

Seto-Stadtzentrum

Keine Linie; Seto praktiziert eigene Raku-Adaptionen, jedoch kein Aka-Raku.

Zeitgenössische Werkstätten

Authentische Produktion verbleibt nahezu ausschließlich im Raku-Meisterhaus in Kyōto; externe Werkstätten reproduzieren lediglich stilistische Merkmale.

Kulturelle und rituelle Bedeutung

Aka-Raku ist eng mit dem Teezeremoniell verbunden. Die schlichte Oberfläche, das Rot und die durch wabi-sabi geprägte Zurückhaltung definieren Aka-Raku als rituelles Teegefäß.

Moderne Entwicklungen

Die aktuelle Raku-Generation bewahrt Handformung, Niedrigbrand und Minimalglasur. Internationale Tee-Schulen und Museen verwenden Aka-Raku weiterhin im funktionalen Zeremonialkontext.

Bemerkenswerte Objekte oder Typen

  • Aka-Raku-chawan
  • reduzierte Rotoberflächen
  • signierte Gefäße der Raku-Linie (Raku I–XV)

Galerie

Entfällt gemäß Vorgabe.

Quellenangaben

  • MOA Museum of Art: Raku: Lineage and Tea Aesthetics, 2017.
  • Tokyo National Museum: Chanoyu Ceramics, 2019.
  • Agency for Cultural Affairs (Bunka-chō): Traditional Ceramics of Kyoto, 2020.
  • Raku Museum Kyōto: Aka-Raku Catalogue, 2016.